Ambulante Praxisarbeit

In unserer Praxis sind folgende ambulante Praxistherapien gebräuchlich:

Apoplex

Der cerebrale Insult, wie auch die SAB, stellen sich als multiprofessionelle Herausforderung dar, dessen Anforderungen weit über die rein funktionelle Mobilisation und der bekannten klassischen Ergotherapie hinausgehen und einen ganzheitlichen Ansatz, wie den der anerkannten Bobath- Therapie erfordern. Die im anglo- amerikanischen- und italienisch-schweizerischem Raum entwickelten Konzepte wie:

  • Perfetti
  • M. Johnstone
  • Forced used n. Taub ( Taubsche Bewegungsinduktionstherapie)
  • Sowie die Einbeziehung ergänzender Methoden, wie EMG- getriggerte Muskelstimulation
  • Physikalische Entstauung bei Inaktivitätsödemen und Reflexdystrophien
  • neurologisches Casting, insbesondere bei therapeutischer Begleitung nach Botulinumtoxin- Behandlungen, zur Lagerung und Gelenkschutz für Sprunggelenke.

sind kombinierbar und lassen sich auf die individuellen Anforderungen desPatienten  anpassen, um ein optimale Qualität der Behandlungen zu erzielen.

Besondere Berücksichtigung finden häufig auftretende Komplikationen, da sie das „Outcome“ des Schlaganfalls maßgeblich beeinflussen:

  • Facialisparesen, häufig in Kombination mit Dsyphagie
  • Wahrnehmungsstörungen, des Körpers und des Gesichtsfeldes, unter anderen  Formen des Neglects, Anopsien, Parästhesien und Schmerzsyndrome
  • Neuropsychologische Defizite, wie Apraxien, Defizite in Handlungsplanung, Ataxien sowie Störungen  u. a. in den Bereichen Gedächtnis, Konzentration, Reaktion
  • Hilfsmittelerprobung und Versorgung unter Berücksichtigung der häuslichen Situation und Einbeziehung der Angehörigen/ Pflegenden
  • Aufklärung und Anleitung von Angehörigen in Handling, Lagerung, Transfers, Umgang insbesondere mit neuropsychologischen Defiziten
  • Besonders im geriatrischen Bereich sind die Probleme der Kau- Ess- und Schluckstörungen häufig anzutreffen und meist multifaktoriell bedingt.

Unsere Qualifikationen im Rahmen der Bobath-Therapie, hier F.O.T.T n. Coombes®,sind weltweit anerkannt und im Dysphagiemanagement führend.

Schädel-Hirn-Trauma

Das SHT, insbesondere nach Verkehrsunfällen, erfordert eine Vernetzung aller am Rehabilitationsprozess beteiligten Berufsgruppen: den Haus- und Fachärzten, Arbeitgebern und den REHA- Beratern sowie den Rentenversicherungsträgern, insbes. bei Maßnahmen der berufliche Wiedereingliederung.

Aufgrund verschiedener, gleichzeitig zu behandelnder neurologischer und orthopädischer Krankheitsbilder, einschl. notwendiger Hilfsmittelversorgungen, sowie Anpassungen des häuslichen- und beruflichen Umfelds, stellen gerade notwendigen therapeutischen Maßnahmen im Ambulanzbereich ein hohes Maß an fachlicher, wie auch fachübergreifender Qualifikationen.

Damit werden der Austausch und die Absprache zwischen den therapeutischen Disziplinen vereinfacht, effizient und es lassen sich individuelle, aufeinander abgestimmte Behandlungspläne verwirklichen

Neuropsychologisch orientierte Therapie, Hirnleistungstraining

In den Bereichen der neuropsychologischen Defizite gibt es im hiesigen Raum keine Möglichkeiten zur ambulanten Behandlung. Lediglich die Diagnostik ist in der Neurologie des HKZ- Rotenburg möglich. Häufig sind es aber gerade die neuropsychologischen Defizite welche die Entwicklung des Apoplex bzw. des SHT in Mobilität und Lebensqualität  (s.a. PASS- Studie, Albertinen Krankenhaus Hamburg), besonders im Rahmen der  beruflichen Wiedereingliederung u./o. der Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit erheblich  beeinflussen.

Rehabilitation im Altenheim

Seit 2 Jahren arbeitet das Klinikum Bad Hersfeld in Kooperation mit den kreiseigenen Altenheimen (Niederaula, Rotenburg) sehr erfolgreich im Bereich der Rehabilitation im Altenheim. Das von mir entwickelte 3-Säulen Konzept, basiert auf der methodischen Basis von SIMA®, Stengel® und dem Ulmer Modell®, und deckt die Bereiche Kompetenztraining (Frühstücksgruppen, Zeitungsrunden), Psychomotorik (Koordination, Kräftigung, Sturzprävention, Inkontinenztraining) und Hirnleistungstraining (n.Stengel® u. SIMA®) in Gruppentherapien ab.

Amputationen

Im Bereich der Amputationen stellen sich, insbesondere nach Einführung der Fallpauschalen und des zunehmend kürzeren klinischen Aufenthaltes. Gerade bei geriatrischen Patienten, stellen sich neue und komplexere Anforderungen an die ambulanten Therapien, da die Patienten oft noch nicht oder unzureichend mobilisiert werden konnten.

Zu nennen sind hier:

  • Stumpfbehandlung, wie Kompressionswicklung, Stumpfabhärtung, Narbenbehandlung und Lagerung
  • Mobilisation und Muskelkräftigung
  • Prothesentraining
  • Gangschulung, auch mit Hilfsmitteln
  • Prothesensitz (bes. Beinlängen, Fußstellungen und Druckstellen)
  • Notwendige Hilfsmittelversorgungen
  • Anleitung der Angehörigen/Pflege in Stumpfwicklung und -pflege, Lagerung, Prothesentraining

Handtherapie

Hier sind insbesondere die notwendigen, postoperativen Mobilisationen, einschließlich der Narbenbehandlung nach Unfall, Dupuytren, Karpaltunnel und der Reflexdystrophien zu nennen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Funktionalität der oberen Extremität, insbesondere der Gebrauchsfähigkeit der Hand haben.

Hinzu kommen die Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, deren Fortschreiten, bei entsprechender Behandlung und Anleitung gehemmt, die Schmerzsymptomatik reduziert und somit die Lebensqualität verbessert bzw. erhalten werden.

Medizinprodukteberatung und deren Erprobung

Als zertifizierter Medizinprodukteberater bin ich in der Lage, insbesondere bei so genannten Problemversorgungen oder Fragestellungen, auch in Bezug der häuslichen und betrieblichen Umfeldanpassungen, beratende Hilfestellungen zu leisten. Die Definitionen nach Indikationsstellung unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Anforderungen durchzuführen und bei den Verordnungen von Hilfsmitteln entsprechende Hilfestellung und Entscheidungsgrundlagen zugeben.

Im Bereich der Elektrotherapie, in der neurologischen und orthopädischen Rehabilitation, der Inkontinenz- und Schmerztherapie bieten sich Erprobungsmöglichkeiten in:

  • EMG Biofeedback und Elektrostimulation
  • EMG- getriggerte Elektrostimulation und TENS

Literatur

  • Körperkoordinationstest für Kinder, KTK von f. Schilling und E. J. Kiphard
  • Entwicklungsstörungen ADS/ADHS/ POS: Das diagnostische Inventar Lislott Ruf-Bächtiger und Thomas Baumann   Version 3.0
  • Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder von R. Zimmer und M. Vokamer
  • Developmental Test of Visual Perception Second Edition von Donald D. Hammill, Nils A. Pearson, Judith K. Voress
  • Ergotherapeutisches Sozialkompetenzen-Training nach S. Löcker u. B. Menke
  • Graphomotorik für Grundschüler nach I. Schäfer