Die Basismethoden werden bedarfsgerecht ergänzt durch:

  • Das Training von Graphomotorik, der Feinmotorik- und der Koordination durch  z. B. Treffpunkt, Gollwitzer
  • Allgemein aktivierendes und symptomorientiertes Hirnleistungstraining, auch am PC, für Kinder aller Altersstufen, sind Bestandteil unserer Therapien.

Es werden die Konzepte des Marburger Konzentrationstrainings, als anerkannte PC-unterstützte Therapie, das COG-PACK Programm, SOT (Symbolgeleitete Orthographische Trainingsmethode), Lernmaterialien von Dipl.-Psych. Rainer Mohr (Textaufgaben für 3. & 4. Klasse, Münchner Rechtschreibtraining, Einmaleinstraining und Münchner Rechentraining), Fresh Minder, Attentioner, sowie Schlaumäuse und Denkspiele mit Elfe und Matthis, nach den individuellen Anforderungen und Bedürfnissen des Kindes angewandt.

  • Die visuelle Wahrnehmungsförderung wird von uns auch nach Frostig durchgeführt.
  • Im Bereich der auditiven Wahrnehmungsleistungen, u.a. des Ordnungsschwellen- und Lateralisierungstrainings, sowie bei Lese-Rechtschreib-Störungen und Sprachentwicklungsverzögerungen arbeiten wir mit dem anerkannten Warnke-Verfahren.

  • Das Münsteraner Rechtschreibtraining

    Anhand der Münsteraner Rechtschreibanalyse wird ein  individueller Förderplan erstellt. Die entsprechenden Arbeitsunterlagen werden zu einer Förder-CD oder einem Förder-Buch zusammengefasst. Hierbei sind die Materialien in didaktisch sinnvolle Mengen unterteilt und auf einen Förderzeitraum von bis zu einem Jahr ausgelegt.

    Genaue Anleitungen ermöglichen die Förderung im häuslichen Bereich, so dass die Rechtschreibförderung mitunter auch bei anderen Grunderkrankungen (z. B. ADHS) individuell parallel zur Ergotherapie durchgeführt werden kann.

  • Das Marburger Konzentrationstraining

    Nach Dipl.-Psych. D. Krowatschek
    Das gruppendynamische Konzept ist in drei Ausführungen möglich (Vorschulkinder, Schulkinder und Jugendliche).
    Das Konzept ist ein gruppentherapeutisches Verfahren, welches die Elemente der Ritualisierung, der Rhythmisierung, der Koordination von Grob- und Feinmotorik, sowie des Konzentrationstrainings hauptsächlich in Form von Paper-Pen Aufgaben beinhaltet. Bei Bedarf kann in unserer Praxis dieses Konzept als Gruppentherapie oder auch als Einzeltherapie angeboten werden.

    Der Rahmen:

    • Gruppen von 6-8 Kindern und 2 Therapeuten
    • Die Therapie findet über einen Zeitraum von 6 Wochen, 1x wöchentlich, in Einheiten von 90 Min. statt
    • Die Eltern werden mit Hilfe von 2 Elternabenden integriert
    • Vor das eigentliche Training wird eine Befunderhebung geschaltet um die Notwendigkeit des Trainings zu sichern und die Effekte dokumentieren zu können

    Die Verordnung:

    • Gruppentherapie (ein Therapeut für 3-4 Kinder)
    • Heilmittel: psychisch-funktionelle Behandlung, 90 Min.
    • Es wird 1 Verordnungen benötigt. (8 Einheiten für das Training + 2 Einheiten für die Befunderhebung, Verlaufsuntersuchung, etc.)
  • Marburger Verhaltenstraining

    Nach Dipl.-Psych. D. Krowatschek
    Ist ein Therapiekonzept das insbesondere für Kinder mit Schwierigkeiten im sozio-emotionalen Bereich geeignet ist.

    Dies können motorisch unruhige Kinder sein die Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle haben, aber auch Kinder die extrem in sich gekehrt sind. Gemeinsam haben diese Kinder, das sie aufgrund nicht altersentsprechender sozialer Fertigkeiten und dem daraus resultierendem inadäquatem Interaktionsverhalten kaum oder keine Freunde finden und nicht in der Lage sind Freundschaften zu pflegen / aufrecht zu erhalten. Damit einhergehen Probleme in der Schule und im häuslichen Bereich

    Konzipiert wurde es für Gruppen von 8-10 Kindern im Alter von 7-12 Jahren.

    Ziel des Trainings ist adäquater Umgang mit Emotionen wie Wut und Enttäuschung, sowie mit Fehlern und Problemen. Mit Hilfe von Übungen, Experimenten, Rollenspielen und Entspannungsübungen lernen die Kinder Alternativen zu ihrem bisherigen Verhalten kennen und können diese in der Gruppe erproben.

    Hierdurch werden Selbsteinschätzung, Selbstbewusstsein, Regelverhalten und soziale Fertigkeiten (z. B. Interaktionsverhalten, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit) gestärkt und im Gegenzug dissoziales Verhalten und Aggressivität abgebaut.

    Eltern und Lehrkräfte werden in das Verhaltenstraining miteingebunden.

    Der Rahmen:

    • Gruppen von 8-10 Kindern und 2 Therapeuten
    • Die Therapie findet über einen Zeitraum von 20 Wochen, 1x wöchentlich, in Einheiten von 90 Min. statt
    • Die Eltern werden mit Hilfe von 3 Elternabenden integriert
    • Vor das eigentliche Training wird eine Befunderhebung geschaltet um die Notwendigkeit des Trainings zu sichern und die Effekte dokumentieren zu können

    Die Verordnung:

    • Gruppentherapie (ein Therapeut für 4-5 Kinder)
    • Heilmittel: psychisch-funktionelle Behandlung, 90 Min.
    • Es werden 3 Verordnungen benötigt. (23 Einheiten für das Training + 7 Einheiten für die Befunderhebung, Verlaufsuntersuchung, etc.)
  • Attentioner Aufmerksamkeitstraining

    Nach Dr. Claus Jacobs und F. Peterman
    Ist ein Gruppenprogramm zur Verbesserung der Aufmerksamkeitssteuerung bei Kindern im Alter von 7-14 Jahren.

    Beübt werden insbesondere die fokussierte, sowie die geteilte Aufmerksamkeit. Funktionen wie Handlungsplanung, Handlungskontrolle sowie Arbeitsgedächtnis werden zusätzlich angesprochen.

    Im Rahmen der Elternarbeit lernen diese ihr eigenes Verhalten und das ihrer Kinder genauer zu analysieren. Zudem entwickeln und erproben sie, gemeinsam und mit den Therapeuten, an konkreten Situationen (z. B. Hausaufgaben, zu Bett gehen, etc.), neue Verhaltensweisen.

    Durch differenzierte Verlaufsuntersuchung sind Therapieeffekte nachweisbar.

    Der Rahmen:

    • Kleingruppen von 4 Kindern und 2 Therapeuten
    • Die Therapie findet über einen Zeitraum von 15 Wochen, 1x wöchentlich, in Einheiten von 60 Min. statt
    • Die Eltern werden mit Hilfe von 5 Elternabenden integriert
    • Vor das eigentliche Training wird eine Befunderhebung geschaltet um die Notwendigkeit des Trainings zu sichern und die Effekte dokumentieren zu können

    Die Verordnung:

    • Einzeltherapie (da 1 Therapeut für 2 Kinder, läuft bei primär Kassen über Parallelbehandlung)
    • Heilmittel: psychisch-funktionelle Behandlung, 60 Min.
    • Es werden 3 Verordnungen benötigt. (20 Einheiten für das Training + 10 Einheiten für die Befunderhebung, Verlaufsuntersuchung, etc.)
  • Ergotherapeutisches Sozialkompetenz-Training

    Nach S. Löcker und B. Menke
    Dieses Programm transportiert den Anspruch, auch in der Gruppentherapie dem einzelnen Kind und auch seiner Familie gerecht werden zu können und trotz aller Struktur noch Raum zu lassen für die individuellen Bedürfnisse, Alltagserlebnisse und Umfeldbedingungen der Kinder. Außerdem gilt die Ressourcenaktivierung durch Beachtung und Bestärkung auch kleinster positiver Ansätze, Fertigkeiten, und Fähigkeiten als oberster therapeutischer Grundsatz.

    Eltern als auch Lehrer werden in das Programm involviert.

    Das ergotherapeutische Sozialkompetenzen-Training ist für Kinder im Alter von 7-12 Jahren geeignet.

    Der Rahmen:

    • Kleingruppen von 6 Kindern und 2 Therapeuten
    • Die Therapie findet über einen Zeitraum von 14 Wochen, 1x wöchentlich, in Einheiten von 90 Min. statt
    • Die Eltern werden mit Hilfe von 2 Elternabenden integriert
    • Vor das eigentliche Training wird eine Befunderhebung geschaltet um die Notwendigkeit des Trainings zu sichern und die Effekte dokumentieren zu können

    Die Verordnung:

    • Gruppentherapie
    • Heilmittel: psychisch-funktionelle Behandlung, 90 Min.
    • Es werden 3 Verordnungen benötigt. (16 Einheiten für das Training + 10 Einheiten für die Befunderhebung, Verlaufsuntersuchung, etc.)
  • Graphomotorisches Gruppentraining

    Nach I. Schäfer und H. Lutz
    Der Schreib-Lernprozess wird grundlegend und aufbauend gefördert durch erlebte Beziehungen im Umgang mit Mitmenschen (besonders mit geliebten Bezugspersonen, die ein „An-die-Hand-nehmen“ und „Zur-Hand-gehen“ spüren lassen), im Umgang mit sich selbst (sich selbst entdecken, sich an die Hand nehmen), im Umgang mit räumlichen Gegebenheiten (Begrenzungen spüren, Raumschemata erfahren), und im Umgang mit Objekten (erkundendes, eroberndes Handhaben). In der Gruppe werden zudem Stifthaltung und –führung, sowie Scherenhaltung und –führung trainiert. Außerdem werden u.a. durch Schreibschwungübungen Fähigkeiten entwickelt, durch die graphomotorische Schwierigkeiten, Handschrift und Betätigungsprobleme des Schreibens minimiert bzw. beseitigt werden können. Die Eltern erhalten in jeder Einheit Informationen und häusliche Übungen, um ihre Kinder im Therapieverlauf gut unterstützen zu können.

    Der Rahmen:

    • Gruppen von 8-10 Kindern und 1 Therapeut
    • Die Therapie findet über einen Zeitraum von 20 Wochen, 1x wöchentlich, in Einheiten von 45 Min. statt
    • Die Eltern werden mit Hilfe von 1 Elternabenden und ständigen Informationen integriert
    • Vor das eigentliche Training wird eine Befunderhebung geschaltet um die Notwendigkeit des Trainings zu sichern und die Effekte dokumentieren zu können

    Die Verordnung:

    • Gruppentherapie
    • Heilmittel: sensomotorisch-perzeptive  Behandlung, 45 Min.
    • Es werden 2 Verordnungen benötigt. (17 Einheiten für das Training + 3 Einheiten für die Befunderhebung, Verlaufsuntersuchung, etc.)
  • Linkshänder Beratung und Training

    Wie Graphomotorisches Gruppentraining, nur speziell für Linkshänder angelegt. Zusätzlich mit Tipps und Tricks wie Blatt- und Stifthaltung aussehen soll, um die Schrift nicht zu verwischen, und Hilfestellungen bei Scherenhaltung und -führung etc..

  • Das Warnke Verfahren

    Zentrale Automatisierungsstörungen sind häufig die Ursache von Lernproblemen

    z.B.                                       Lese-Rechtschreib-Störungen

    Die Ursache der LRS liegt häufig in den Defiziten der LOW-LEVEL-Funktionen, also der zentralen Automatisierung. Hierzu gehören die auditive- und visuelle Ordnungsschwelle, das Richtungshören, die Tonhöhendiskriminierung, sowie die auditiv-motorische Koordination unter Berücksichtigung der Lateralität des Gehirns.

    Sensorische Fähigkeiten entwickeln sich hierarchisch von unten nach oben. Diese Erkenntnisse sind für das Erfassen der Sprachentwicklungsstörungen und des damit einhergehenden gestörten Erwerbs sprachlicher Kompetenz Voraussetzung. Und somit essentiell für eine erfolgreiche Therapie der LRS.

            Satzebene                                         Ich schenke ihnen sieben rote Rosen

            Wortebene                                        sieben (Zahl), sieben (Sand)

            Lautebene                                         a-b-c-d-e-f-g-h-i-j-k-l-m-n-o-p-q-r-s-t-u-v-w-x-y-z

            Lautmerkmale                                   a/e/i/o/u        d/t         g/k          b/p

            LOW- LEVEL                                      ♪ ♫   (Richtung, Tonhöhe, Taktfrequenz)

     

    Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der sprachlichen Entwicklung stellt neben den LOW-Level-Funktionen, die Lateralisierung (Hirnhälftenkoordination) der Hirnhälften und die Aktivierung des Corpus Callosum dar. Ist der Balken in seiner Funktionsweise beeinträchtigt oder nicht ausreichend gereift, werden die Aufgaben der Koordination und Synchronisation beider Hirnhälfte nur unzureichend ausgeführt. Was zu den bekannten LRS- Störungen, sowie zur gestörten Reifung der Händigkeit führen kann.

    Studien von Prof. Tewes und dem Kultusministerium Thüringen haben belegt, dass das Training der LOW-LEVEL-Funktionen in Kombination mit Lateralisierungstraining bei Kindern mit LRS eine signifikante Verbesserung erzielen konnte.

    Die Studienergebnisse belegen, dass die Therapie der Basisleistungen, der sensorischen Hierarchie, dem rein symptomorientierten, repetitiven üben der höheren kognitiven Funktionen überlegen ist, da es die zur sprachlichen Kompetenz notwendigen und grundlegenden Hirnfunktionen trainiert und verbessert.

    Im Vergleich (Studie Prof. Tewes):

    1. Lerntheoretischer Förderunterricht                             Fehlerreduktion: 6,3%
    2. Training der LOW-LEVEL-Funktionen                            Fehlerreduktion: 18,9%
    3. Training der LOW-LEVEL-Funktionen

                in Kombination mit Lateraltraining                           Fehlerreduktion: 42,6%