Befunderhebung

In unserer Praxis sind folgende standardisierte Tests, Screenings und Instrumente zur Befunderhebung gebräuchlich:

  • Test zur neuromotorischen und neuropsychologischen Untersuchung im Kindes- (ab 5 J.) und Jugendalter (ab 11 J.)

    nach Dr. med. L. Ruf-Bächtiger

    Das gesamte Spektrum der Entwicklungsdiagnostik umfasst Neuromotorik, Taktilkinästhetik, visuell-räumliche, auditive Wahrnehmung und Sprache.

    • Neuromotorischer Entwicklungsstand und taktilkinästetische Wahrnehmung
    • Visuelle Wahrnehmung
    • Soziale (visuelle) Wahrnehmung
    • Raumerfassung
    • Multimodale Leistung respektive Kanalkapazität respektive intermodale Leistung
  • KTK (Körperkoordinationstest für Kinder, 5-15 Jahre)

    Dieses Testverfahren, erfasst das kindliche Bewegungsverhalten als Ausdruck, Leistung oder Kommunikation. Der KTK enthält folgende vier Bereiche:

    • Balancieren Rückwärts
    • Monopedales Überhüpfen
    • Seitliches Hin- und Herspringen
    • Seitliches Umsetzen
  • MOT (Motoriktest, 4-6 Jahre)

    Der Test besteht aus 18 Items, die folgende Bereiche der Motorik beinhalten:

    • Gesamtkörperliche Gewandtheit und Koordinationsfähigkeit
    • Feinmotorische Geschicklichkeit
    • Gleichgewichtsvermögen
    • Reaktionsfähigkeit
    • Sprungkraft
    • Bewegungsgeschwindigkeit
    • Bewegungssteuerung
  • H-D-T (Hand-Dominanz-Test, 6-70 Jahre)

    Dient zur Klärung der Händigkeit. Die Leistungsüberlegenheit einer Hand wird rechnerisch bestimmt, wobei die Handdominanz theoretisch von –100 (extreme Linkshändigkeit) bis +100 (extreme Rechtshändigkeit) variieren kann.

  • DTVP-2 (neuer überarbeiteter Frostigtest zur visuellen Wahrnehmung, 4-11 Jahre)

    Zur Abklärung der visuellen Wahrnehmung, visuo-motorischen und visuo-feinmotorischen Koordination wurde der DTVP-2  entwickelt. Die Ergebnisse der einzelnen Subtests werden in Prozenträngen dargestellt:

    • Auge-Hand-Koordination
    • Raumlage
    • Kopieren von Mustern
    • Figurgrundunterscheidung
    • Räumliche Beziehung
    • Gestaltenschließen
    • Visual-Motor Speed
    • Formenkonstanz
  • CPM (Coloured Progressive Matrices nach Raven, Intelligenztest, 3,9-11,8 Jahre)

    Misst alle wahrnehmungsabhängigen Denkprozesse zu denen Kinder im Alter unter 10 Jahren üblicherweise in der Lage sind.

    Es wird eindeutig festgestellt ob die Testperson in der Lage ist

    • Vergleiche anzustellen und in Analogien zu denken
    • Räumliche Wahrnehmungen in systematisch verknüpfte Gestalten zu ordnen

    Die Board Form des Tests ermöglicht unabhängig von ethischer Zugehörigkeit und Sprache eine verständliche Demonstration der Testaufgaben. Zudem kann der Test bei Personen mit Teillähmungen, Taubheit oder Sprachstörungen erfolgreich durchgeführt werden und liefert unabhängig von den spezifischen Behinderungen eine konsistente, reliable und in psychologischer Hinsicht valide Beurteilung der Fähigkeit für das rationale Urteilsvermögen der Testpersonen.

  • DAT (Dortmunder Aufmerksamkeitstest, 8-10 Jahre)

    Erfasst die schulisch relevante Konzentrationsfähigkeit und die problemlösende Reflexivität eines Kindes und gibt Informationen darüber, ob die Aufmerksamkeitsfähigkeit eines Kindes beeinträchtigt ist und welche Leistungsmerkmale zu konstatieren sind.

    Zu bearbeiten sind "match to standard" Aufgaben, welche gleichzeitig einen Standardreiz sowie sechs Antwortmöglichkeiten zeigen.

    Ausgewertet wird die Antwortlatenz (Zeitspanne zwischen der Vorlage der Aufgabe und der Bekanntgabe der ersten Lösung) und die Gesamtzahl der richtigen Lösungen. Beide Maße bringen die Lösungsgüte zum Ausdruck. Zusätzlich werden folgende Variablen ermittelt: Lösungsstringenz, Lösungsvariabilität, Repetitionsindex, ipsative Normen und die Anzahl der Korrekturen.

  • MRA (Münsteraner Rechtschreibanalyse, ab dem letzten Drittel der 1. Klasse)

    Es werden insgesamt 215 Fehler- bzw. Förderkategorien in 15 Kompetenzbereichen unterschieden.
    Das durch die Uni Münster erstellte Leistungsprofil gibt präzise Auskunft darüber, was das Kind bereits beherrscht und welche Bereiche ihm noch Schwierigkeiten bereiten. Hierbei wird zwischen Problemen im „Grundlegenden Bereich“ und im Regelbereich differenziert.
    Ein daran anknüpfender Förderplan zeigt auf, wo genau eine systematische Rechtschreibförderung ansetzen müsste und in welcher Reihenfolge die einzelnen Felder bearbeitet werden sollen.

  • BISC (Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

    1. Testung 10 Monate vor der Einschulung, 2. Testung 4 Monate vor der Einschulung)

    Dient der Erkennung von Kindern mit einem Risiko zur Ausbildung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten.

    Hierzu werden Aufgaben in folgenden Leistungsbereichen bearbeitet:

    • Phonologische Bewusstheit
    • Schneller Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
    • Phonetisches Rekodieren im Kurzzeitgedächtnis
    • Visuelle Aufmerksamkeitssteuerung

    Das Screening unterstützt die Planung und Effektivität primärer, vor Schuleintritt angelegter Präventionsmaßnahmen zum erfolgreichen Schriftspracherwerb.

    Aufgrund der zweimaligen Einsatzmöglichkeit lassen sich mit dem Verfahren auch die Wirkungen von vorschulischen Präventionsprogrammen überprüfen.

  • TeDDy-PC (Test zur Diagnose von Dyskalkulie, 1.-4. Klasse)

    Wird im Rahmen der Dyskalkulie-Diagnose bzw. der Feststellung von Hochbegabung im mathematischen Bereich eingesetzt. In der Auswahl der Untertests basiert die Testreihe auf dem neurobiologischen Triple-Code-Modell zur Entstehung von Rechenschwäche nach Dehaene (1992).

    Das Programm erhebt zusätzlich zur Korrektheit der Beantwortung auch die Dauer Aufgabenbeantwortung, die als Indikator zur Leistungsbeurteilung herangezogen werden kann. Neben einer globalen Einordnung des Testgesamtwerts, gibt TeDDy-PC im Rahmen einer Profilanalyse Auskunft über Stärken und Schwächen auf Untertestebene.